Referentin ermutigt:

"Nicht perfekt, sondern liebevoll sein"

 

Brillantes Frauenfrühstück sorgte mit Vortrag, Musik und leckerem Essen für Wohlfühlatmosphäre

 

 

"Kennen Sie das ehrlichste Gebet einer Frau? Gott, wenn du mich schon nicht schlank machst, dann mach meine Freundin bitte fett." Mit herzhaftem Lachen und in gelöster Stimmung lauschten am Wochenende vor dem ersten Advent fast 400 Frauen den Lebensweisheiten von Bettina Becker aus Magdeburg. Anlass  war das Frühstückstreffen für Frauen, bei dem sich alles um das Thema "Nicht perfekt, aber brillant" drehte. Munter und selbstbewusst hielt die Theaterpädagogin, Evangelistin und Streetworkerin den Frauen aus der Altmark den Spiegel vors Gesicht. "Wir wollen doch alle perfekt einparken, perfekt kochen, Ordnung halten oder perfekt aussehen", ließ sie sich bestätigen. Sie fügte an: "Egal was Sie machen, Sie können es immer noch perfektionieren." Doch die Referentin warnte auch: "Perfektionismus ist gefährlich für Ihre Gesundheit. Perfektionismus fördert Depressionen. Perfektionismus gefährdet unsere Beziehungen." Sie ermunterte die Frauen nicht perfekt aber brillant zu sein.

Mit einem geschliffenen Brillantimitat in der Hand machte sie ihren Zuhörerinnen am Bild des Edelsteins Schritt für Schritt klar, was darunter zu verstehen sei. Der Wert von Brillanten werde an folgenden Eigenschaften gemessen: Farbe, Schliff, Gewicht und Reinheit. Bezogen auf die Situation der Frauen erläuterte Becker in Punkto Farbe: "Je seltener die Farbe desto wertvoller der Stein. Erkennen Sie, dass Sie einzigartig sind und stehen Sie dazu!" Lebenstragend bleibe die Erkenntnis: "Gott, ich danke dir, dass du mich wunderbar und einzigartig gemacht hast."

Beim Thema Schliff kam die Magdeburgerin darauf zu sprechen, dass das Leben an niemanden spurlos vorüber gehe. Das Schleifen tue oft weh, und es gingen Dinge verloren. Was bleibe seien Ecken und Kanten. Die machen einen Menschen aus, und es ginge darum, mit dem Schliff ins Licht zu gehen, damit sie wie beim Brillanten leuchten können. Dritte Messlatte sei beim Edelstein das Gewicht. "Ich weiß nicht, was Sie gerade gewichten wollen. Aber wie wäre es, wenn wir uns nicht bemühen alles perfekt, sondern liebevoll zu machen? Wer spürt, dass er geliebt ist, verzeiht manche Fehler, alle Fehler ...?", gab die Streetworkerin am Beispiel eines Schwiegermutterbesuches mit einem Schmunzeln zum Besten.

Schließlich und endlich kam Bettina Becker mit der biblischen Geschichte von der Sünderin auf die Reinheit zu sprechen und machte klar: "Mein Herz ist es, was mich verurteilt und anklagt, wenn ich versage." Sie riet den Frauen zu mehr Gelassenheit. Die Geschichte zeige: Gott ist größer, er verurteilt mich nicht. Ganz praktisch fügte sie an: "Oder wollen Sie eine perfekte Freundin? Wir wollen keine perfekte Freundin, nur wir selbst haben den Anspruch an uns."

Abgerundet wurde der unterhaltsame Abend bzw. Vormittag durch Songs und Klavierstücke von Ehemann Simon, einem brillanten Buffet der Gaststätte Wieseneck und liebevoll gestalteter Tischdeko des Frauenfrühstückteams.

Quelle: Christel Schwerin, Altmarkzeitung vom 1.12.2009

Fotos Quelle: Heike Heinrich, Volksstimme